![]() Zeitwaage linke Seite, zur Vergrößerung anklicken |
Das links abgebildete Gerät
konnte ich günstig erwerben. Es ist ein gebrauchtes Gerät so
ca. aus den achtziger Jahren. Neben der Zeitwaage ist sogar noch ein
regelbares
Netzteil eingebaut, welches feste und frei wählbare Spannungen
speziell für elektrisch betriebene Uhren
liefert, weiterhin können Strom- und Spannung am Zeigerinstrument
abgelesen werden. Die links im Bild abgebildete Hälfte ist
dafür zuständig. |
![]() Zeitwaage rechte Seite, zur Vergrößerung anklicken |
In der rechten Hälfte vom
Gerät sind die Anzeige und die Bedienelemente für die
Zeitwaagenfunktionen zu sehen. Da das Gerät auch für Quarzuhren mit Led und LCD-Anzeige entwickelt worden ist , hat es eine Anzeigenauflösung von bis zu einer Hundertstelsekunde pro Tag. Es können alle Stimmgabelkaliber gemessen werden, sogar das Accuquartz-Kaliber mit seiner krummen Frequenz. Man käme also rein rechnerisch auf eine Genauigkeit der Anzeige von einer Sekunde in 100 Tagen. Praktisch ist dies aber mindestens doppelt ungenauer, weil die letzte Stelle im Hundertstel Bereich je nach Uhr und Meßmethode, doch um mindestens eine Ziffer schwankt. |
![]() Induktiver Aufnehmer zur Vergrößerung anklicken |
Bei Stimmgabeluhren und bei
Quarzuhren mit Zeigerwerk wird ein induktiver Aufnehmer verwendet. So
ähnlich wie beim Transformator werden die Stromschwankungen vom
Summen oder Ticken der Uhr berührungslos aufgenommen. Die links abgebildete Uhr ist eine sehr genaue Analog-Quarzarmbanduhr. Sie hat ein temperaturkompensiertes Werk. Ich hatte die Uhr ein Jahr lang waagerecht bei Raumtemperatur liegen und sie hat in dieser Zeit nur eine Abweichung von zwei Sekunden aufgewiesen! Dies hört sich fast wie "Uhrensammerlatein" an ist aber wirklich so. Mit dieser Uhr habe ich die Zeitwaage nachkalibriert, da sie ca. eine Zehntelsekunde pro Tag falsch anzeigte. Da dieses Testgerät auch die Stromverbrauchsschwankungen der Uhr auswerten kann, läßt sich auch ganz ohne Aufnehmer die Uhr prüfen. Anstelle der Uhrenbatterie wird die Uhr vom Testgerät mit Spannung versorgt. Da die Ergebnisse hier weniger Schwankungen zeigten, habe ich in den folgenden Messungen der Stimmgabeluhren diese Methode gewählt. |
![]() Zeitwaage, Ergebnisse, zur Vergrößerung anklicken |
Mit der Zeitwaage habe ich die
horizontale Lage, Krone unten, Krone oben, 6 Uhr oben und 6 Uhr unten
gemessen. Die Ergebnisse in der Tabelle sind so korrigiert, das der Gang in der horizontalen Lage immer 0 ist. Interessant ist das 9162 Kaliber, welches wegen seinen vier Schwinggabelenden tatsächlich fast keine Lageabweichung zeigt. Da beim 224 Kaliber die Stimmgabel nur noch Übertragerfunktion hat, gab es selbst im Hunderstelbereich keine Lageabweichung mehr. |
![]() 224 Trimmkondensatoren - Werte , zur Vergrößerung anklicken |
Bei diesem Kaliber wird der Gang
nicht durch die Stimmgabel, sondern
durch sechs Schraubkontakte
eingestellt. Links im Bild sieht man die entsprechende Stelle mit hier
zwei
eingeschraubten Kontakten. Darüber im durchsichtig vergossenen
Bauteil sieht man sehr schön was
da
passiert, Es können nämlich sechs Kondensatoren immer ca.
doppelt
so
groß wie der vorhergehende Wert mit den Schrauben zum
Schwingquarz parallelgeschaltet werden. Technisch heißt das man
"zieht"
den Quarz auf die Sollfrequenz. Diese
Tabelle zeigt einige gemessene Werte. Man kann also durch
die
Anzahl
und Anordnung der Schrauben den Gang entsprechend einstellen. Nicht viel später wurden für die Einstellung kleine Trimmkondensatoren verwendet, die sich stufenlos verstellen lassen. Und heute geht das meistens garnicht mehr, weil man den Trimmkondensator einfach wegrationalisiert hat. |